2005-08-20 ebay-Alternativen
Wenn eBay zu teuer ist
Zu viele Kaufinteressenten verderben immer wieder die Preise bei
eBay-Versteigerungen. Statt überteuert einzukaufen, lohnt sich für
Schnäppchenjäger durchaus ein Blick auf andere Auktionssites und Marktplätze.
Seit
fast 10 Jahren gibt es eBay, und heute beherrscht das Unternehmen als
"weltweiter Online-Marktplatz" das Auktionsgeschehen im Internet. Aber es gibt
auch Alternativen.
Kleinere Seiten bieten für Verkäufer oft günstigere Konditionen, andere
Funktionen beim Handeln oder eine übersichtlichere Oberfläche als der Gigant aus
Kalifornien. Manche spezialisieren sich auf ein einziges Thema.
Nach den Statistiken der Seite AlleAuktionen.de laufen bei eBay Deutschland rund
fünf Millionen Auktionen. Bei der Nummer zwei hood.de sind es immerhin fast eine
Million. Echtwahr.de und BesteAuktion.de tauchen noch mit jeweils rund einer
halben Million Auktionen auf.
Wie fast alle Angebote im Schatten des Urgesteins aus den USA locken sie die
Verkäufer vor allem mit niedrigen Gebühren oder sind gar komplett kostenlos. Für
die Käufer andererseits ändert sich wenig. Die Benennung der Funktionen ist
ähnlich, die Auswahl ist geringer, dafür sind zugleich weniger Mitbieter auf der
Plattform, die einem ein günstiges Angebot wegschnappen können. Als Bonus gibt
es Spielarten wie die Holländische Auktion, auch "Top Down Auktion" genannt: Der
Verkäufer gibt einen Startpreis an, der dann kontinuierlich sinkt, bis einer der
Interessenten zuschlägt.
[...]
Nur noch zum Teil Anklänge an eine Auktion hat das vergleichsweise junge
Gimahhot.de. Bei dieser "Produktbörse für Markenartikel" bestimmen wie an der
echten Börse die angebotenen und die nachgefragten Preise den tatsächlichen
Wert. Die Ähnlichkeit zum Aktienmarkt ist kein Zufall: Geschäftsführer Jürgen
Lankat ist ein international erfahrener Börsenprofi. Gehandelt wird hier
ausschließlich mit originalverpackter Neuware, und alle Preise verstehen sich
inklusive Versandkosten. Die Verkäufer bleiben komplett im Hintergrund.
Abgewickelt werden die Käufe über Gimahhot und ein Zwischenkonto. "Wir sind am
ehesten eine Mischung aus eBay und einem Preisvergleichsportal", sagt Lankat.
Und tatsächlich sind Angebote wie guenstiger.de, billiger.de,
Preis-Suchmaschine.de, die Yahoo-Tochter Kelkoo oder der Google-Ableger Froogle
heimliche Konkurrenten für die Auktionsplattformen, sobald es um Neuware geht.
Generell sollten solchen Seiten vor einem Gebot genutzt werden, denn: "Viele
Artikel werden zu weit überhöhten Preisen ersteigert, weil der Käufer den
Ladenpreis nicht kennt, den Artikel unbedingt kaufen möchte oder weil der Drang,
die Versteigerung zu gewinnen, überhand nimmt", schreibt Frank Weyermann auf
seiner Seite Onlinemarktplatz.de.
Jan Tißler, ddp |